Jürgens Reise um die Welt

Rivera – Zwei Länder, eine Stadt, ein Herzschlag

Wenn Grenzen im Alltag kaum auffallen

In Rivera wird die Grenze zu Brasilien zum Teil des Stadtbildes. Die uruguayische Stadt und ihre brasilianische Nachbarin Santana do Livramento gehen unmittelbar ineinander über. An manchen Stellen genügt es, die Straße zu überqueren, und du stehst im anderen Land.

Auf der Plaza Internacional treffen beide Länder aufeinander. Hier wehen ihre Flaggen nebeneinander, Menschen kommen zusammen und gehen ihren alltäglichen Wegen nach. Die Staatsgrenze besteht natürlich weiterhin, doch im Straßenbild wirkt sie erstaunlich unscheinbar.

Auch beim Zuhören begegnet dir dieses Miteinander. Spanisch und Portugiesisch gehören zum Alltag, ebenso das Portuñol der Grenzregion. Vielleicht brauchst du einen Moment, um dich hineinzuhören. Mit deinen portugiesischen oder spanischen Sprachkenntnissen kommst du hier jedenfalls schnell ins Gespräch.

Geheimnisvolle Orte – zwischen Grenzsteinen und Schluchten

Das Besondere an Rivera liegt oft direkt vor deinen Augen. Du musst nur einen Moment stehen bleiben und genauer hinsehen.

Die Plaza Internacional: Auf diesem Platz wird eine sonst eher abstrakte Linie sichtbar: die Grenze zwischen zwei Staaten. Du kannst zwischen den Grenzmarkierungen stehen und beobachten, wie selbstverständlich die Menschen von einer Seite zur anderen wechseln. Für Besucher ist das ungewöhnlich, für viele Einheimische gehört es einfach zum Alltag.

Die Hügel rund um die Stadt: Rivera liegt in einer hügeligen Landschaft. Schon beim Blick über die Dächer fällt auf, wie eng die beiden Nachbarstädte zusammengewachsen sind. Auf einer Karte haben sie unterschiedliche Namen, vor dir wirken sie wie ein zusammenhängender Ort.

Das Valle del Lunarejo: Wenn du weiter durch das Departamento reist, kannst du eine ganz andere Seite Riveras kennenlernen. Im Nordwesten liegen die Schluchten des geschützten Valle del Lunarejo. Hügel, bewaldete Einschnitte und Wasserläufe geben der Landschaft ein anderes Gesicht als die offenen Weiden, denen du bisher begegnet bist.

Regionale Köstlichkeiten – zwei Küchen in der Nachbarschaft

Die Nähe zwischen Uruguay und Brasilien zeigt sich auch beim Essen. Du musst nicht weit gehen, um unterschiedliche Gerichte und Gewohnheiten kennenzulernen.

Chivito und Churrasco: Auf der uruguayischen Seite kannst du ein Chivito probieren, das üppig belegte Sandwich mit Rindfleisch. In Santana do Livramento begegnet dir die südbrasilianische Grilltradition. Was auf den Teller kommt, hängt vom jeweiligen Lokal ab. Die Auswahl auf beiden Seiten macht den Reiz aus.

Reis, Bohnen und Grillfleisch: Vertraute Zutaten verbinden die Küchen der Grenzregion. In den Familien hat dabei jeder seine eigenen Gewohnheiten und Rezepte. Eine einheitliche „Portuñol-Küche“ brauchst du hier nicht zu suchen. Interessanter ist, was die Menschen tatsächlich kochen und gern essen.

Mate als Begleiter: Auch der Mate gehört zum Alltag beiderseits der Grenze. Beim Bummeln begegnen dir immer wieder Menschen mit Becher und Thermoskanne. Vielleicht ist eine Pause mit einem Mate die beste Gelegenheit, das Treiben eine Weile zu beobachten.

Weiter nach Cerro Largo

Von Rivera führt dich die Reise weiter nach Südosten nach Cerro Largo. Brasilien bleibt unser Nachbar. Rund um Melo und Río Branco erwarten dich weite Landschaften, Spuren der Geschichte und ein weiterer Blick auf das Leben an der Grenze.

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