Willkommen im Sauerland – der grünen Schatzkammer Westfalens
Geschichte: Von Köhlern, Eisenhämmern und den Stämmen der Sachsen
Die Geschichte des Sauerlands ist untrennbar mit seiner wilden Natur und den Bodenschätzen im Schiefergestein verbunden. Schon im Frühmittelalter zogen hier sächsische Stämme durch die unwegsamen Urwälder, und wie in Ostwestfalen hinterließ Karl der Große seine Spuren bei der Christianisierung. Doch das wahre Herz der alten Sauerländer Wirtschaft schlug unter dem Blätterdach der Wälder: Die Holzkohlenbrennerei und der Erzbergbau bildeten jahrhundertelang die Lebensgrundlage.
Überall dort, wo kleine Bäche durch die engen Täler rauschten, klapperten die Hammerwerke. Die "Sauerländer Kleinbahn" und alte Hämmer zeugen noch heute davon, wie hier Eisen verarbeitet wurde, lange bevor die große Industrialisierung im Revier begann. Historisch war die Region stark durch das Kurfürstentum Köln geprägt, was dem Sauerland – im Gegensatz zum protestantischen Ostwestfalen und dem ev.-lutherischen Norden – einen traditionell katholischen, tief verwurzelten Charakter verlieh, der sich in den zahllosen barocken Kirchen und den weiß getünchten Fachwerkhäusern mit ihren schwarzen Balken widerspiegelt.
Die Menschen: Bodenständig, wetterfest und gastfreundlich
Der Sauerländer gilt als Musterbeispiel für westfälische Verlässlichkeit, gepaart mit einer tiefen, fast stoischen Ruhe. Wer jahrelang im Mittelgebirge bei Schnee, Regen und nebligen Wintern lebt, lernt, sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Der Ton ist verbindlich, höflich, aber wer das Vertrauen gewinnt, erlebt eine herzliche Gastfreundschaft, die oft bei einem gemeinsamen Pils (man denke an die großen Brauereien der Region wie Veltins oder Warsteiner) besiegelt wird.
Dazu kommt ein ausgeprägter Sinn für Gemeinschaft: Das Schützenwesen ist hier nicht nur ein Verein, sondern eine heilige soziale Institution, in der das Dorfleben im Sommer seinen absoluten Höhepunkt findet. Und egal wie steil der Berg ist – der Sauerländer nimmt es mit Humor und geht die Dinge pragmatisch an.
Versteckte Kleinode: Orte abseits der Reiseprospekte
Während das Skigebiet in Winterberg, der Sorpesee oder der Biggesee natürlich jedem ein Begriff sind, entfaltet das Sauerland seinen echten, unberührten Zauber an den Orten, die im Verborgenen liegen
- Das wildromantische Hellefelder Tal (Arnsberg)
Abseits der großen Bundesstraßen windet sich dieses Tal durch dichten Wald, vorbei an alten Mühlen und rauschenden Bächen – ein absoluter Geheimtipp für stundenlange Wanderungen in absoluter Stille. - Die historischen Gassen von Grafschaft (Schmallenberg)
Während andere Fachwerkdörfer vom Tourismus überlaufen sind, atmet das unter Denkmalschutz stehende Kirchdorf Grafschaft noch die urige, friedliche Atmosphäre vergangener Jahrhunderte, eingebettet in die umringenden Bergwälder. - Die Bilsteinhöhle und der Naturpark bei Warstein
Natürlich kennt man die Brauerei, aber gleich dahinter verbirgt sich ein faszinierendes Karsthöhlensystem und ein wild-ursprünglicher Wald, in dem man tief in die erdgeschichtliche Vergangenheit der Region eintauchen kann. - Das idyllische Schmiededorf Evingsen (Altena)
Im Schatten der mächtigen Burg Altena liegt dieses kleine Tal, in dem die Drahtzieherei einst zu Hause war. Die alten Fachwerkhäuser und die historischen Industriedenkmäler im Bachbett erzählen Geschichten von harter Handwerkskunst. - Die Bruchhauser Steine im morgendlichen Nebel (Olsberg): Vier mächtige Porphyrfelsen ragen hier aus den Wäldern empor. Wenn man früh morgens hinaufsteigt, bevor die ersten Ausflügler kommen, spürt man die mystische, fast keltische Aura dieses uralten Naturdenkmals.
Regionale Küchen-Spezialitäten: Kräftig, wärmend und handgemacht
Die Sauerländer Küche ist gemacht für Menschen, die an frischer Luft gearbeitet haben – deftig, ehrlich und mit klarem Fokus auf das, was Wald und Wiese hergeben.
- Sauerländer Potthucke
Der absolute Klassiker der Region. Ein deftiger Auflauf aus geriebenen Kartoffeln, Mettwurst, Zwiebeln und Speck, der so lange im Ofen gebacken wird, bis er eine herrlich knusprige Kruste bekommt (die "Hucke"). - Wildgerichte aus den heimischen Wäldern
Ob Hirschbraten, Rehkeule oder Wildschweingulasch – da die dichten Sauerländer Wälder wildreich sind, kommen im Herbst und Winter exzellente Wildgerichte auf den Tisch, traditionell serviert mit Preiselbeeren und Spätzle oder Klößen. - Knochenschinken und Mettwurst
Wie im gesamten westfälischen Raum hat das Räuchern von Fleisch in den alten Rauchküchen eine Jahrhunderte alte Tradition. Eine kräftige Sauerländer Mettwurst gehört auf jede zünftige Brotzeit. - Pumpernickel und frisches Landbrot
Das dunkle Brot darf auch hier nicht fehlen, oft kombiniert mit regionalem Käse aus den kleinen Hofkäsereien des Hochsauerlands. - Ein kühles Pils oder ein Schluck Sauerländer Kräuterschnaps
Zum Abschluss eines deftigen Essens (oder nach einer langen Wanderung durch den Schnee) gehört einheimischer Kräuterschnaps, der die Lebensgeister weckt.
